Die 30 wichtigsten Ausreden und wie man sie in Luft auflösen kann

mit Jelena Lieberberg

Ein bisschen Spass muss sein, nicht nur im Leben sondern auch auf der eigenen Matte.

Deswegen habe ich mich auf die Suche nach den lustigsten, gängigsten und wichtigsten Ausreden gemacht, die uns davon abhalten Zuhause oder unterwegs Yoga zu üben. Sie sind wichtig, da wir sie alle kennen, vielleicht sogar täglich erleben und einen Weg wissen sollten, wie wir uns aus dieser Ausredensuppe heraus löffeln können. Durch die Erkenntnis und das Zugeständnis uns selbst gegenüber, dass wir uns gerne solcher Ausflüchte bedienen, gehen wir den ersen Schritt zur heilsamen Besserung: das bewusste Erlebnis des Alltags. Eine tägliche Yogapraxis hat nicht nur unzählige Benefits auf der körperlichen Ebene, wie zum Beispiel geschmeidigere Faszien und ein allgemeines Wohlbefinden. Auch auf allen anderen Ebenen sorgt die Regelmässigkeit für eine anhaltende Ausgeglichenheit und beugt Verletzungen vor. Um so verwirrender ist es, dass wir uns dennoch lieber der Procrastination, der Kunst des Aufschiebens und uns selbst beschummelns üben, wie uns die folgenden Beispiele auf humorvolle Weise zeigen. Die 30. populärsten Ausreden 1. Ich bin zu müde, ich sollte mich lieber hin legen. 2. Ich habe keine Zeit. Es ist noch so viel zu tun. 3. Ich habe einfach keine Lust. 4. Ich habe zu viel gegessen/ Blähungen... 5. Mir ist kalt. Ich möchte mich nicht ausziehen. 6. Es ist zu dunkel. Ich lege mich lieber mal in‘s Bett. 7. Zuhause ist es zu unordentlich, ich räume lieber auf. 8. Ich habe Hunger. In der Küche ist es gerade spannender. 9. Ich habe zu viele Haare, die mir in‘s Gesicht fallen. 10. Meine Haut ist an den Händen zu trocken. 11. Meine Hände sind zu rutschig, weil ich sie deswegen gerade eingecremt habe. 12. Die Matte ist schlecht/ rutschig/ stinkt. 13. Der Hund/die Katze/ das Frettchen... lenkt mich ab. Ich sollte es lieber streicheln. 14. Ich habe Durst. 15. Ich muss mal. 16. Mir ist es Zuhause wegen des Strassenlärms/ des Vogelgezwitschers/ der lachenden Kinder zu laut. 17. Es ist zu heiss/ ich schwitze schon im Sitzen und schwimme auf der Matte. 18. Ich bin viel zu steif, jede Bewegung schmerzt. 19. Ich habe einen Kater (kein Haustier). 20. Ich bin ahnungslos und fürchte mich vor Verletzungen. 21. Es ist zu staubig, ich putze lieber. 22. Das Baby schreit und lässt sich nicht ablegen. 23. Ich bin zu ungeschickt. 24. Ich bin zu alt, klein, gross, dick, dünn... 25. Meine Lieblingssendung/ Film läuft gerade. 26. Ich bin zu nervös. Hastig auf dem Handy herum wischen hilft bestimmt. 27. Mein Rücken schmerzt. Sport ist ja bekanntlich Mord. 28. Meine ungepflegten Füsse lenken mich ab, ich brauche erst eine Pediküre. 29. Ich habe Schnupfen und mein Schädel brummt im Hund (aka Downdog). 30. Ich habe keinen Platz für eine Matte in meinem Zimmer. Der blanken Wahrheit in‘s Auge sehen Für viele dieser vorgeschobenen Ausflüchte gibt es direkte Lösungen: Bei Durst, trinkt man ein Glass Wasser und begibt sich auf die Matte. Das gleiche gilt für Hunger. Bei Krankheiten oder Kater kann man die Praxis auf 5 Minuten Meditation oder einfaches Atmen reduzieren. Am nächsten Tag geht es dann weiter... Alle anderen Ausreden (Unordnung, Geräusche, Wahnideen...) sind Hirngespinste, die wir lieber in Kauf nehmen als uns 15 Minuten zu bewegen. Sobald uns das bewusst geworden ist, können wir uns ganz freiweillig auf das Wesentliche konzentrieren anstatt in einer Brühe aus Selbstmitleid zu baden. LIVE NOW. Eine weitere Möglichkeit mit dem täglichen Struggle zurecht zu kommen, sind die 4 Fragen von Byron Katie, die sie THE WORK nennt. Der Name impliziert schon dass man etwas Mühe oder eben Arbeit investieren muss, wenn man mit seinen Gedankenkarussels klar kommen möchte. Am besten lösen sich diese Fragen auf Papier. Was per Hand auf einem weissen Untergrund steht, wird zur Realität, die wir ernst oder besser noch, mit Humor nehmen müssen. 1. Ist das wahr? (Ja oder Nein. Bei Nein, gehe zu Frage 3.) 2. Kannst Du Dir absolut sicher sein, dass das wahr ist? (Ja oder Nein.) 3. Wie regierst Du, wenn Du diesen Gedanken glaubst? 4. Wer würdest Du sein, ohne diesen Gedanken? Der Schlüssel von THE WORK ist die Erkenntnis. Diese Erkenntnis oder Kraft unterscheiden zu können (VIVEKA) finden wir auch in den Yoga Sutras. Beim nächsten Mal, wenn Ausreden auftauchen, kann die Matte zum mehr oder weniger heiligen Ort der Wahrheit umgewandelt werden. Live Now.
Photo: Melissa Gayle
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Yogalehrerin Jelena Lieberberg
In ihrem früheren Leben moderierte Jelena Lieberberg für den Musiksender VIVA und tourte als Sängerin durch die Weltgeschichte. Heute lebt sie als Yogalehrerin, Heilpraktikerin, Sprecherin, Buchautorin und Kolumnistin mit ihrer Familie in Berlin. Jelena ist eine ruhige und angenehme Persönlichkeit, die mit ihrer Klarheit, Authentizität und ihrem Wissen über den Körper beeindruckt. Ihren Yogastil hat sie KICK ASS YOGA getauft und tourt damit durch ganz Europa.
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