Mit einem Om durch die Schwangerschaft: Was du über pränatales Yoga wissen musst

Pränatales Yoga ist nicht nur bestens zur Geburtsvorbereitung geeignet, sondern auch für die Zeit danach. Unsere Autorin hat einige Tipps parat und berichtet von ihren Erfahrungen mit einer dem Kundalini entlehnten Form des pränatalen Yoga.

Rachel Page, eine Kundalini-Yogalehrerin aus Philadelphia und Mutter der 19 Monate alten Saraswati, hatte viele Gründe, die gegen einen Kinderwunsch sprachen. Als sie jedoch im Frühling 2016 den Fortbildungskurs Khalsa Way (eine dem Kundalini entlehnte Form es pränatalen Yoga) besuchte, kam die entscheidende Wende.

„Ich begriff, wie eine bewusste Schwangerschaft und die Erziehung eines selbstbewussten Kindes ablaufen können“, so Rachel. „Ich dachte mir, ich kann das, und zwar richtig. Ich wendete die Techniken an, die ich im Training und in darauffolgenden pränatalen Yogakursen während der Schwangerschaft gelernt hatte, u.a. den Fokus auf die Atmung zu legen, den Körper jeden Tag zu bewegen, zu tanzen und Kniebeugen zu machen. Jede Yoga-Art lässt dich mehr auf deine Atmung achten und schafft so ein Bewusstsein für deinen Körper. Das ist besonders bei einer stundenlangen Geburt von Vorteil. Wer einen pränatalen Yogakurs besucht, erlernt diese nützlichen Techniken.“

Was ist pränatales Yoga?

Durch sanftes Asanas, Dehnübungen, Meditation und Atemübungen (dem Restorative- oder Hatha-Yoga ähnlich, aber zu hundert Prozent auf die schwangere Mutter und ihr Kind ausgerichtet) bereitet pränatales Yoga Körper und Geist auf die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach vor.

Pränatales Yoga nimmt besonders Rücksicht auf die Veränderungen im weiblichen Körper, um für sie und ihr Baby eine sichere und unterstützende Umgebung zu schaffen. Eine werdende Mutter kann beruhigt einen Yogakurs für Schwangere besuchen, denn alles ist speziell auf ihren sich verändernden Körper und die Gesundheit des Kindes abgestimmt. Umkehrhaltungen des Asanas, Bauchmuskelübungen und fortgeschrittene Yoga-Übungen sind tabu. Stattdessen liegt der Fokus auf Körperbewusstsein, optimaler Atmung und Übungen, die für jede Phase der Schwangerschaft angepasst werden können.

Während der ersten 17 Wochen der Schwangerschaft kann eine Frau für gewöhnlich normalen körperlichen Tätigkeiten nachgehen. Sie sollte jedoch, auch in diesem frühen Stadium, immer auf ihren Körper hören und ihre Ärztin konsultieren. Nach der siebten Woche sollte man generell Tätigkeiten vermeiden, die für die Bauchmuskulatur unnötig belastend sind. Pränatales Yoga ist da genau das Richtige.

Wie können Vinyasa-Lehrer pränatale Übungen in ihre Kurse integrieren?

Yoga-Lehrerinnen können schwangere Frauen in ihren Kursen dabei unterstützen, auf ihren Körper zu achten, diesen nicht zu sehr zu beanspruchen und abgewandelte Übungen während des Kurses einbauen. Je nachdem in welcher Woche sie schwanger ist, ob sie regelmäßig Yoga praktiziert und ob es bisher Komplikationen gab, beeinflussen die Entscheidung, einen regulären Yogakurs für die werdende Mutter zu empfehlen und wie man sie dann am besten betreut. Einige Vorschläge abgewandelter Übungen für werdende Mütter:
  • Vermeide übermäßige Belastung im Rumpfbereich und Bauchmuskeltraining, Umkehrhaltungen und andere Übungen für Fortgeschrittene.
  • Schlage sanftes Asanas vor, zum Beispiel Katze- und Kuh-Stellung (eine großartige Position für den Geburtsvorgang) oder Kniebeugen, die die Hüfte öffnet und stärkt.
  • Baue sanfte Atemübungen ein, die einen Ruhezustand herbeiführen, zum Beispiel Wechselatmung.
  • Biete Schwangeren an, sich während des Savasana auf die linke Seite anstatt auf den Rücken zu legen und die Embryohaltung einzunehmen, um die größtmögliche Zirkulation für das Baby zu gewährleisten.
Wie man werdende Mütter am besten unterstützen kann, erfährst du, wenn du einen pränatalen Yogakurs online oder vor Ort besuchst. Viele Yoga-Lehrerinnen heißen dich gerne willkommen, wenn du mehr über pränatales Yoga erfahren möchtest (lasse sie nur im Voraus wissen, weshalb du hier bist). Oder überlege dir, eine Fortbildung für pränatales Yoga zu machen, das Khalsa-Way-Training zum Beispiel.

Was ist Khalsa Way?

Khalsa Way wurde von Gurmukh Kaur Khalsa ins Leben gerufen und ist von Yogi Bhajans Kundalini-Yoga inspiriert. Khalsa Way ist anderen pränatalen Yoga-Arten sehr ähnlich, sanft und fließend. Khalsa Way integriert jedoch etwas anspruchsvollere, aber trotzdem sichere Übungen, die letztendlich die inneren Kräfte und Stärken der Frau mobilisieren.

In jedem Kurs gibt es zum Beispiel eine Übung, die drei Minuten lang aufs Durchhalten und das richtige Atmen fokussiert ist. Werdende Mütter können sich so bewusst machen, was in ihnen steckt, auf und abseits der Matte. Khalsa Way bekräftigt sie außerdem in dem, was sie bereits weiß, nämlich was gut für sie und ihr Kind ist, eine intuitive Kraft, auf die sie sich während der Schwangerschaft, während der Geburt und in der Zeit danach verlassen kann.

Jennifer Coulombe, MBA, hat 2016 ihren Vollzeitjob gekündigt, um von überall in der Welt aus arbeiten zu können. 2017 hat sie Sat Nam babe ins Leben gerufen: achtsam hergestellte, dem Yoga entlehnte Kleidung für Kinder unter sechs Jahren und Babys (inklusive ethisch korrekten Lieferketten, Hosen aus recycelten Plastikflaschen und einzigartigen, mit Liebe designten Drucken). Jen ist außerdem ein iFundWomen Crowdfunding-Coach und unterstützt Unternehmerinnen dabei, Geldmittel für ihre Geschäftsideen aufzubringen, sowie eine zertifizierte Kundalini und Khalsa Way Yogalehrerin. Jen hat sich kürzlich von New York City verabschiedet und lebt nun in Saratoga Springs, NY.