In vier Schritten raus aus der Grübelfalle

Presented byFlow. Gedanken, die sich im Kreis drehen, rauben Energie. Vier Schritte gegen das Grübeln von Flow-Chefredakteurin Sinja Schütte und…

Flow. Gedanken, die sich im Kreis drehen, rauben Energie. Vier Schritte gegen das Grübeln von Flow-Chefredakteurin Sinja Schütte und Dr. Boris Bornemann vom Podcast Verstehen, fühlen, glücklich sein.

 

Manche Gedanken halten uns nächtelang wach. Egal, wie wir es angehen: Es scheint einfach keine Lösung zu geben, wir treten auf der Stelle. „Wenn wir immer wieder um ein Thema kreisen, ohne dabei zu einem Ergebnis zu kommen, spricht man in der Psychologie vom Grübeln. Es kann dabei um Konflikte gehen, um wichtige Entscheidungen, Situationen aus der Vergangenheit oder große Fragen des Lebens“, sagt Psychologe und Achtsamkeitsforscher Dr. Boris Bornemann.

Zusammen mit Flow-Chefredakteurin Sinja Schütte geht er in dem Podcast Verstehen, fühlen, glücklich sein jede Woche großen Themen im Kleinen nach – zum Beispiel, wie wir das Gedankenkarussell stoppen können.

„Beim Grübeln wollen wir ein Problem durch Denken lösen, was sich möglicherweise nicht durch Nachdenken lösen lässt“, sagt Sinja Schütte vom Achtsamkeitsmagazin Flow. „Im Hintergrund steht fast immer ein Gefühl, das wahrgenommen werden möchte. Vielleicht verspüre ich Angst oder Unsicherheit, eine Verletzung oder Enttäuschung.“

Vier Schritte gegen das Grübeln

1. Benenne, was dich beschäftigt

Kakao trinken, aufstehen, etwas lesen – was hilft, wenn die Gedanken in einer Sackgasse festhängen? „Nimm zunächst mal wahr, was dich eigentlich beschäftigt. Meistens sind es wiederkehrende Themen, die uns umtreiben“, sagt Boris Bornemann.

2. Für was bist du dankbar?

Als nächstes können wir versuchen, Dinge in unserem Leben, die positiv sind, mit Dankbarkeit zu betrachten, zum Beispiel Beziehungen, Gesundheit oder die Familie. Davon finden wir oft eine ganze Menge. Mit dieser Technik richtest du deinen Fokus auf Ressourcen und Stärken, förderst ein positives Gefühl und wirst ruhiger.

3. Wende dich anderen zu

An Freunde zu denken und ihnen etwas Gutes für ihr Leben zu wünschen, aktiviert Gefühle sozialer Verbundenheit. „Wir verlassen dadurch den egozentrischen Film, in dem wir uns befinden, und verbinden uns durch wohlwollende Wünsche mit anderen“, sagt Boris Bornemann.

4. Nimm deinen Körper wahr

Wechsle vom Kopf in den Bauch: Es braucht etwas Übung, sich in seine Körperempfindungen fallen zu lassen und sich trotz aller Gedanken darauf zu besinnen, was man spürt. Wie fühlt sich dein Rücken an, wo hast du Kontakt zum Boden, was spürst du an deinen Fußsohlen? Dadurch entsteht eine Ruhe, die unsere aufgewühlten Gedanken besänftigt.

Weil wir es gewohnt sind, dass es für alles eine rationale Lösung gibt, versuchen wir, so lange über eine Frage nachzudenken, bis wir die Lösung klar vor Augen sehen. Aber das geht eben nicht bei allem. Manche Entscheidungen erfordern Mut, manchmal bleibt Unsicherheit zurück, auch wenn wir alle Möglichkeiten bedacht haben. „Dann hilft es, sich den Gefühlen zuzuwenden, die mit der Entscheidung verbunden sind. Vielleicht bremsen Unsicherheit oder Angst mich aus. Wenn ich diese Gefühle annehme, muss ich nicht immer wieder von Neuem versuchen, die Angst wegzudenken“, sagt Boris Bornemann. „Ich akzeptiere, dass ich im Moment nicht weiß, was kommen wird und dass mir das Angst macht. Das bringt uns wieder in den Fluss – und wir verfangen uns nicht in unserem Kopfgeschnatter.“

Text: Sarah Erdmann